Groene Heuvels Fronleichnam 2011

Wie in fast jedem Jahr hatten die Seeteufel auch in diesem Jahr wieder eine Tagestour nach Groene Heuvels geplant. Sie sollte am Fronleichnamsdonnerstag stattfinden. Groene Heuvels liegt ca. eine Fahrstunde von Düsseldorf entfernt in der Nähe von Nijmegen in Holland. Es ist ein Binnensee ca. 25 m tief, von Sandstrand und einer Schilf-Röhrichtzone umgeben. Er ist besonders geeignet für einen Familienausflug, da es ein Freizeitangebot für alle gibt. Vom Sandstrand aus kann man schwimmen, oder im flachen Wasser spielen. Die große Rasenfläche eignet sich zum Ball spielen, Picknick machen, Grillen oder einfach zum Relaxen. Als Taucher watet man durch den Sand in tieferes Wasser und schon kann der Tauchgang beginnen. Ein wunderbarer Tauchplatz auch geeignet für Anfänger. Gute sanitäre Anlagen sind vorhanden. Der Eintrittspreis ist gering, da nur an einer Schranke eine Parkgebühr für das Auto erhoben wird.

Bei unserem letzten Besuch vor 2 Jahren hatte außerdem eine Tauchschule mit großzügiger Restauration und Füllstation eröffnet. Die Tauchschule hatte mehrere Unterwasserattraktionen zwischen 6m Tiefe und 24m Tiefe versenkt, die mit angegebenen Kompassdaten der Reihe nach abgetaucht werden konnten. Daran hatten wir vor 2 Jahren großen Spaß, auch wenn es im Tiefen schon sehr kalt war. In diesem Jahr war es dann aber doch etwas anders. Schon im Vorfeld hatte ich mich informiert, dass die Tauchschule ihre Basis dort leider nicht hatte halten können. Also haben wir sicherheitshalber alle verfügbaren Tauchflaschen aus unserem Vereinsbestand mit genommen. Wie immer haben wir dann unser eigenes Picknick veranstaltet.

Auf Grund des schlecht angesagten Wetters oder anderer Termine hat sich dann auch nur ein kleiner harter Kern zum Ausflug angemeldet. Antje und Bernd, Stefan, Wolfgang, Johnas aus der Jugend und aus dem Vorstand Marion, Ralf, Georg und ich (Gudrun) machten sich mit dickeren Regenjacken ausgestattet auf den Weg. Ab da entwickelte sich der Tag für uns als sehr positiv. Der angesagte Regen blieb abgesehen von einem Schauer kurz vor der Rückfahrt aus. Die Besuchermassen am See gab es nicht. Wir waren, man glaube es nicht, außer drei Tauchern, die wir am anderen Ende des Sees einmal kurz gesehen haben, völlig alleine.

Nach einigen Anfangsdiskussionen, wo wir unseren Standort mit unserem Equipment fest legen sollten, haben wir dann zum ersten Mal unser Lager an der ehemaligen Tauchbasis aufgeschlagen. Das hatte einige sehr positive Aspekte. Wir konnten noch einmal einen Teil des Unterwasserparcours abtauchen und vor allem hatten wir auf der Terrasse der Basis ein Dach über dem Kopf. Mit unserem Ausflugsmobiliar, dem wunderbaren Kalten Buffet und dem Hintergrundmobiliar der verwaisten Basis kam sogar Karibikfeeling auf, wenn man einmal die Außentemperatur außer Acht lässt.

Auch die beiden Tauchgänge haben uns sehr gefallen. Wolfgang, Stefan und ich machten uns als Dreier-Team auf in Richtung eines versenkten Bootes. Auf Grund meines ausführlich gepflegten Logbuchs konnten wir den Unterwasserparcours von vor 2 Jahren noch im Ansatz nachvollziehen. Auf Anhieb haben wir drei dann das Wrack gefunden. Inzwischen liegt dort noch ein zweites versenktes Boot in ca. 11 m Tiefe. Gründlich haben wir drei dann die Wracks umtaucht und mit der Lampe abgeleuchtet. Wir haben Amerikanische Flusskrebse gefunden, viele kleine Schnecken, die das Wrack in Beschlag genommen haben, Muscheln und als absoluten Höhepunkt am Rumpf des Bootes einen Süßwassergarnelenschwarm. Angeleuchtet von der Tauchlampe wuselten Massen von roten nur stecknadelkopfgroßen Krebschen durcheinander. Sie waren zu klein und viel zu lebhaft unterwegs, um sie mit unserer Unterwasserkamera auf einem Foto fest zu halten. Anstelle dessen haben wir dann ein kleines Video von den lebhaften Miniexemplaren gedreht. Einfach schön!

Auf dem Rückweg konnten wir dann die Unterwasserwelt im Flachen intensiver genießen. Im Gegensatz zum Elbsee ist der Bewuchs ganz anders. Pflanzen wachsen nur bis 6m Tiefe, während bei uns der Bewuchs ja bis gut 10m Tiefe anzufinden ist. Während es im Elbsee im Flachbereich viel Wasserpest gibt, findet man in Groene Heuvels vorherrschend verschiedene der empfindsamen Armleuchteralgen und auch einige und andere Laichkräuter als im Elbsee. Die Pflanzen waren zahlreich besiedelt von kleinen und größeren Schnecken. Zahlreiche große Minibarschschwärme begleiteten uns während unseres Aufenthalts im Flachbereich. Was fehlte, waren die großen Fische. Sie müssen sich an anderer Stelle im See aufhalten. Vielleicht war es von der Jahreszeit aus betrachtet auch noch zu früh, um sie im Flachbereich anzufinden.

Nach einem gemütlichen Picknick und einer Oberflächenpause ging es noch einmal in den See. Die anderen Tauchgruppen, die den ersten Tauchgang im Flachbereich durchgeführt hatten, wollten jetzt auf Grund unserer Erzählungen auch einmal Richtung Wrack, um die seltenen Süßwassergarnelen zu entdecken. Leider haben sie das Wrack dann knapp verfehlt und haben ihren Tauchgang anders weiter geführt, während Wolfgang, Stefan und ich noch einmal die Süßwassergarnelen besucht haben. Johnas hatte einen schönen Tauchgang mit seiner Mutter im Flachbereich des Sees.

Der Ausflug nach Groene Heuvels hat sich wieder einmal gelohnt und es ist interessant, sich auch andere Seen auf Grund ihrer verschiedenen Flora und Fauna einmal anzusehen. Nächstes Jahr wieder, aber dann bitte nicht nur mit karibischem Flair, sondern auch mit karibischen Temperaturen.

Gudrun