Ein Gemeinsames Nachttauchen

Die Planung

Nachdem wir in den letzten Jahren schon einmal ein Nachttauchen mit den Jugendlichen organisiert haben und auch ein Nachtschnorcheln mit den jüngeren Mitgliedern ohne Tauchschein, haben wir uns dieses Jahr entschlossen, einen Vereinsnachttauchgang für alle anzubieten. Wir konnten zuerst nicht glauben, wie viele Anmeldungen eingingen. Insgesamt 20 Mitglieder haben am Nachttauchen teilgenommen. Dazu kamen noch 2 Nachtschnorchler. Acht Vereinsmitglieder wollten gerne mitmachen, waren jedoch in Urlaub oder gesundheitlich angeschlagen. Das heißt beinahe alle unsere aktiven Mitglieder wollten teilnehmen. Super!

Die Tauchgangs-Vorbesprechung

Pünktlich um sieben Uhr waren alle Taucher da. Der Vollmond hing zwar hinter einer Wolkendecke, aber es war trocken und damit sollte es für unsere Zuschauer auch ein schöner Abend werden. Im angemieteten Raum des DTV gab es zuerst eine kurze Ansprache. Einige Taucher sollten kurz vorgestellt werden: Frank hatte unermüdlich im Vorfeld Flaschen gefüllt. Das Fototeam des Abends waren André und Dörte. Hannes, einer unserer Jüngsten ging mit seiner Tante Katrin im allgemeinen Trubel Nachtschnorcheln. Martin, unseren Tauchlehrer ** Kannten noch nicht alle. Im Vorfeld hatten wir eine Liste mit Informationen und Regeln zum Nachttauchen verteilt. Darin wurden z.B. die besonderen Lampenzeichen für einen Nachttauchgang erklärt. Es war auch interessant zu erfahren, dass z. B. Barsche, die tagaktiv sind nachts schlafen, während Krebse, die man tags fast nicht entdecken kann, nachts zahlreich unterwegs sind. Diese Informationen, die man in einem Spezialkursus "Nachttauchen" erlernt, waren natürlich für die erfahrenen Taucher nichts Neues. Aber manches kann auch mal in Vergessenheit geraten und vor allem Max, Torsten, Michael Faustmann und Michael Schwarz haben sich über das Infoblatt gefreut, weil diese vier ihren ersten Nachttauchgang durchgeführt haben. Dann erfolgte die Einteilung der Buddyteams. Das ging sehr komplikationslos von statten. Die Neueinsteiger tauchten natürlich mit unseren Ausbildern. Die anderen Taucher fanden sehr schnell einen Partner. Super ist wirklich, dass inzwischen fast jeder im Verein mal den Buddy wechselt und so immer neue Kontakte entstehen. Dadurch ist auch gesichert, dass der Ausrüstungscheck beim Partner und das Briefing ausführlicher ist und so keine Nachlässigkeiten entstehen.

Ab ins Wasser

Aber nun wurde endlich die Ausrüstung zusammengebaut und nach einem Einzelgespräch mit dem Tauchpartner sollte es ab ins Wasser gehen. Wie bei einem Nachttauchgang üblich, waren der Einstieg über Wasser und der Ausstieg unter Wasser beleuchtet, so dass die Orientierung für die Taucher etwas erleichtert wird. Auf dem Weg zur Plattform, von der man ins Wasser springt, gab es dann doch noch ein Hindernis zu überwinden. Dort stand Nicole Faustmann, unsere Listenführerin und Stegwache des Abends. Sie war die Autoritätsperson des Abends. Sie war über die Rettungskette informiert und über eventuelle 1. Hilfe-Maßnahmen. Außerdem notierte sie auf ihrer Liste die einzelnen Buddyteams und ihre Tauchzeit und -tiefe. So war am Ende des Tauchgangs sichergestellt, dass wirklich alle Taucher wieder an Land waren. Der Tauchgang selbst war sehr schön. Die Sicht war gut und viele Hechte, auf dem Grund schlafende Barsche und vor allem viele Krebse waren unterwegs. An einigen Stellen war auch etwas Sediment aufgewirbelt. Das bleibt bei 20 Tauchern, die in kurzem Abstand ins Wasser springen, nun einmal nicht aus. Nach dem Tauchgang sahen einige Gesichter deutlich entspannter aus. Der erste Nachttauchgang mit Sprung ins schwarze Wasser ist schon etwas unheimlich. Das Tageslicht von oben fehlt beim Tauchen und nur der Computer kann mir sagen, wie tief ich tauche. Mein Auge sieht nur das, was die Lampe anstrahlt und wer weiß schon, was im Dunkeln unter Wasser so von rechts oder links auf einen zukommen kann. Gott sei Dank gibt es ja im Elbsee keine Haie. Auch an den Schwebezustand beim Tauchen im dreidimensionalen Raum im Dunkeln, muss man sich erst einmal gewöhnen.

Après-Dive

Zur Stärkung gab es dann nach dem Tauchgang ein kleines Buffet und warme und kalte Getränke. In Ruhe konnten die Logbucheinträge vorgenommen werden. Christian hatte wunderbare Vereinsaufkleber für unsere Logbücher vorbereitet, über die sich alle gefreut haben. Wie immer nach dem Tauchen gab es viel zu erzählen und zu lachen. Wer war doch das Buddyteam, dass sich nach dem Sprung ins Wasser satt vertaucht hat und schon nach einer Minute aus Versehen am Ausstieg gelandet ist? Und wer war der Taucher, der vor lauter Aufregung nach dreißig Minuten Tauchzeit im Flachen schon seinen Luftvorrat bis auf eine Reserve von 20 bar herunter gehechelt hat? Und dann soll es noch einen Taucher gegeben haben, der links- und rechtshändig einen Kompass benutzt hat. Wie hat er sich wohl tariert und wie kam es dazu? Diese Fragen werden vom Verfasser des Textes nicht beantwortet werden. Zwei Stunden haben wir alle noch gemütlich beisammen gesessen und geklönt. Es war ein sehr schöner Abend und es hat viel Spaß gemacht, den Nachttauchgang zu organisieren.

Eure Tauchfreunde Georg und Gudrun