Rheinschwimmen 2009

Das diesjährige 44. Rheinschwimmen der DLRG von 6 km Länge von der Kniebrücke in den Löricker Hafen war doch von einigen Besonderheiten geprägt. Das Wetter war für Düsseldorfer Verhältnisse schon sehr ungewöhnlich. Es war mit ca. ? 5 Grad klirrend kalt. Nachts ging das Thermometer ja sogar seit Tagen auf bis zu -15 Grad in den Keller. Deshalb gab es von den angemeldeten Teilnehmern doch einige Streichergebnisse. Aber nicht bei den Seeteufeln. Nachdem wir schon länger einen Platz frei hatten, hat sich noch einer unserer Jüngsten nachgemeldet: André mit 13 Jahren.

Die Verantwortlichen unseres Vereins Georg und ich sind da schon ein bisschen zusammengezuckt. Konnten wir das verantworten bei der Kälte und bei einer Schwimmzeit von mehr als 45 Minuten? Immerhin war das Wasser des Rheins auch nur 2 Grad warm. Aber andererseits hatte André alle Anforderungen erfüllt. Er ist sportlich, hat eine gute Kondition, die Tauchtauglichkeit, die Altersvoraussetzung und seine Eltern sagten: ja. Also, André war mit dabei. Damit waren wir 12 Schwimmer. André und Max aus der Jugend, Christian, Georg Wolfgang und Gudrun als alte Hasen, aber auch Thorsten und Bernd als Wiederholungstäter und als Neulinge Julia und Christian Böttcher. 2 befreundete Taucher Jonas und René hatten sich uns auch noch angeschlossen. Erstmalig ging ein Teil von uns wegen der Kälte mit den Trockentauchanzügen an den Start. Wie auch schon in den Jahren zuvor lief bei uns alles reibungslos ab.

Einheitlich als rote Seeteufel mit Hörnchen und Dreizack ausgerüstet, standen wir am vereinbarten Treffpunkt, um in die von der DLRG organisierten Busse zu klettern. Diese kamen aber nicht. Nach schon fast einer halben Stunde Warterei im Schnee und immer kälter werdenden Füßen klang durch, dass die Busse um eine Stunde verspätet seien und damit der Start auch. Wir gingen daraufhin in das Festzelt der DLRG, um unsere Eisfüsse wieder auftauen zu lassen. Trotz der langen Warterei blieben die meisten geduldig und harrten der Dinge. Torsten musste uns dann leider verlassen, weil er ansonsten seine späteren Termine nicht mehr hätte einhalten können. Trotz dieser organisatorischen Panne von Seiten des Veranstalters, die auf Grund der Witterung nicht hätte geschehen dürfen, gingen die restlichen 11 Seeteufel an den Start. Selbst unsere Fotografin, die an der Kniebrücke auf uns wartete, so wie viele andere Zuschauer auch, war noch da. Leider hat der Veranstalter auch dort nicht mitgeteilt, dass der Start um eine Stunde verzögert werden musste. Viele Schwimmer anderer Vereine und sicherlich auch viele Zuschauer hatten nicht so lange ausgehalten und waren nach Hause gefahren. Schade. Aber für die, die geblieben waren, hatte es sich gelohnt.

Am Rheinufer haben wir unser obligatorisches Gruppenfoto gemacht und André, unser Jüngster hatte sein erstes Fernseh-Interview vom WDR. Dann riefen die vielen Schwimmer, die endlich ins Wasser wollten auch schon ungeduldig nach dem Startschuss. Endlich kam der ersehnte Böllerschuss. Am Ufer, besonders auf der Seite der Altstadt waren sehr viele Spaziergänger unterwegs, die uns von weitem zuschauten. Auf unserer Seite verabschiedeten uns an die Hundert Zuschauer mit aufmunterndem Applaus Wie immer verlor sich unsere Gruppe dann im Strom und jeder versuchte bei irgendeinem Vereinsmitglied zu bleiben. André war Christian fest zugeteilt und die Jüngeren gingen auch recht zeitgleich ins Ziel. Die Älteren von uns folgten dann gemütlich. Auf Grund der Zeitverschiebung fing die Sonne schon an, sich rötlich zu verfärben und der Anblick des verschneiten Ufers mit dem strahlend blauen Himmel und der niedrig stehenden Sonne war einmal wieder ein beglückender Anblick. Wir ließen uns durch 2 Rheinbrücken treiben und winkten entspannt den Zuschauern auf den Brücken zu. Die ganze Zeit wurden die 222 Schwimmer dieses Jahres von 7 kleinen DLRG-Booten begleitet, die unterkühlte oder ermüdete Schwimmer aufnahmen. Im Wasser beobachteten uns die Rettungsschwimmer der DLRG mit ihren orangenen Badekappen. Das große Feuerwehrboot und das große Polizeiboot waren auch in unmittelbarer Nähe. Am Ufer fuhren Rettungswagen der Feuerwehr um im Zweifelsfall die Schwimmer aufzunehmen. Dies geschah in diesem Jahr tatsächlich einige Male. Wem es zu kalt wurde, der ließ sich versorgen. So kam die DLRG auch zu richtigen Übungseinsätzen. Nach ca. 45 Minuten kamen wir am Löricker Hafen an.

Jetzt galt es wieder ordentlich in die Flossen zu treten und mit dem Kehrwasser ins Hafenbecken zu schnorcheln. Jetzt wurde es wieder richtig warm. Im Hafenbecken erfolgte der Ausstieg in diesem Jahr an anderer Stelle, da nur ein kleiner Teil des Hafens von der DLRG vom Eis befreit worden war. Und niemand von uns wollte sich durchs Eis kämpfen. Am Ziel erwartete uns unsere obligatorische Medaille und ein verdienter heißer Tee oder Glühwein. Die Halbtrockenen nutzten die heißen Duschen in den aufgestellten Zelten der Feuerwehr, während die Trockenen sich auf dem Parkplatz am Auto umzogen. Die Kälte zog mit der untergehenden Sonne wieder an und unsere nassen Teufels-T-Shirts waren schon halb festgefroren und wir konnten sie fast senkrecht in den Schnee stellen. Weil sich durch die Verspätung der Tag doch sehr in die Länge gezogen hatte, haben wir uns dann im Festzelt nicht mehr alle getroffen. Julia blieb jedoch ganz bis zum Schluss, nachdem wir anderen uns auch auf den Heimweg gemacht hatten.

Dann kam da noch ihre nette überraschende Mail. Wir waren nicht nur im Fernsehen, sondern hatten auch 2 Ehrungen in Form von Tüten mit Inhalt durch die DLRG erhalten, die Julia für uns in Empfang genommen hat. Einmal hatten wir als Gruppe das schönste Kostüm. Und zum zweiten haben wir den jüngsten Teilnehmer gestellt. Wie schön! Vielen Dank, liebe Julia für dein Ausharren bis zum Schluss. Jetzt fehlt nur noch deine Übergabe der Tüten an uns. Wir Teilnehmer sind sehr gespannt über den Inhalt. Über Zuschauer hätten wir uns aus Vereinsreihen sehr gefreut. Die waren aber anscheinend der Kälte zum Opfer gefallen. Und so kamen nur die Eltern der Jugendlichen und natürlich unsere Fotografin Dörte zum Anfeuern. Und auch wenn es viele Vereinsmitglieder nicht verstehen können, die meisten der diesjährigen Teilnehmer werden nächstes Jahr wieder dabei sein.

Gudrun