Tauchen mit dem "Weißen Hai"

Bei unserem letzten Besuch in Südafrika zum Jahreswechsel 2004/2005 besuchten wir für ein paar Tage auch Cape Town (Kapstadt), diese wunderschöne Stadt am südlichsten Zipfel des afrikanischen Kontinents.

Hafenpanorama
Blick vom Hafen auf die Waterfront mit Tafelberg.

Geplant waren auch Tauchgänge im Atlantik, die wir auch durchgeführt haben, die aber insgesamt eher enttäuschend waren weil schlechte Sicht durch starke Sedimentströme, mittlere bis starke Strömung und eine für uns überraschend niedrige Wassertemperatur von ca. 16 Grad vorherrschten, also fielen diese TG unter die Rubrik "abhaken". Der eigentliche Höhepunkt sollte dann aber eine Begegnung mit dem Weißen Hai sein. Dazu mussten wir von Cape Town aus ca. 2 Stunden über Land fahren, vorbei an Städten wie Hermanus oder Stanford bis wir wieder zur Küste gelangten um dann endlich in dem kleinen Ort Gansbaai anzukommen. Es war eine Übernachtung geplant, weil die Ausfahrt zu den Haien frühmorgens um 6 Uhr beginnt. Nach erfolgreichem Abendessen und einer Einweisung was uns am anderen Tag erwartet, gingen wir nicht ohne noch einmal die Hausbar zu kontaktieren, rechtzeitig zu Bett. Pünktlich um 6 Uhr morgens ging es dann zu Fuß hinab zum Hafen, wo die Boote alle an Land auf Trailern standen und erst mit uns an Bord zu Wasser gelassen wurden, wie man auf den folgenden Bildern sehen Kann. Auf dem zweiten Bild ist sehr gut der Käfig zu erkennen, in dem man zu dritt stehen kann um die Haie aus nächster Nähe zu beobachten. Nach gut einer halben Stunde Fahrt wurde in der großen Bucht von Gansbaai Anker gesetzt und es ging los. Der Käfig wurde an der Steuerbordseite des Bootes befestigt und die ersten drei mussten sich umziehen, währenddessen die Crew mit Fischresten versuchte, die Haie anzulocken.

An Bord

Beim Besteigen des Bootes oben, im unteren Bild der Käfig

Der Käfig Im Käfig

Bilder aus dem Käfig über und unter Wasser, wie man oben sieht taucht man nur kurz ab um die Haie zu beobachten (ohne Gerät so lange jeder kann) Dann nach einer Weile kam vom Skipper das Kommando "Abtauchen" und die Haie kamen, angelockt von den Fischresten (unten)!

Hai 1 Hai 2 Hai 3

Nachdem jeder aus unserer Gruppe mindestens dreimal im Käfig war und wir wirklich fast ohne größere Unterbrechungen immer die Haie um uns herum hatten beschlossen wir nach ca. 4 Stunden wieder zum Hafen zurück zu kehren, weil die Temperatur schnell in Richtung 30 Grad anstieg. Wir waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis unserer Beobachtungen, denn wir haben Haie gesehen bis zu einer Länge von ca. 4,5 mtr was ja schon eine stattliche Größe darstellt. Man kann sicher über die Art und Weise wie Haibeobachtung abläuft kontrovers diskutieren was wir vorher auch getan haben. Letztlich müssen wir sagen, dass es sich unbedingt gelohnt hat. Wenn man einen weißen Hai direkt vor der Nase hat ist das schon sehr beeindruckend und respekteinflößend und wir hatten den Eindruck, dass die Tiere uns auch sehr genau beobachtet haben, aber keiner von uns hatte Angstgefühle weil wir nicht den Eindruck hatten, dass wir wie so oft beschrieben, von einem angriffslustigen und blutrünstigen Tier umgeben waren. Die Haie sind ständig auf der Suche nach Nahrung, vor allen Dingen in dieser Gegend nach Robben. Zu Übergriffen kommt es wenn sich der Mensch trotz Kenntnis in Gewässer begibt die auch von Haien bejagt werden, nur erkennt der Hai nicht den Unterschied zwischen einer Robbe oder einem Schwimmer oder Surfer auf seinem Brett.

Eine persönliche Anmerkung zu dem Land Südafrika. Es war nicht unsere erste Reise in dieses wunderschöne Land. Wir haben Südafrika auch zu Zeiten der Apartheid kennen gelernt, was natürlich ganz anders war als jetzt. Es herrschte sicherlich mehr Ordnung im Land und man konnte auch nachts durch die Städte laufen, heute ist man speziell in Johannesburg oder auch in Kapstadt einer hohen Straßenkriminalität ausgesetzt. Aber wir haben auch festgestellt das die derzeitige Regierung auch viel für die schwarze Bevölkerung tut, z. B haben wir gesehen das in den Slums von Kapstadt Strom und Wasser verlegt waren, sowie auch sanitäre Einrichtungen um die hohe Infektionsgefahr in den Griff zu bekommen. Wir haben auch eine Aufbruchstimmung frei nach dem Motto "das packen wir" im Hinblick auf die im Jahr 2010 stattfindende Fußball WM festgestellt. Es ist die einmalige Chance, sich der Welt als das neue selbstbewusste Land darzustellen und wir sind sicher das dies sowohl der schwarzen und weißen Bevölkerung eindrucksvoll gelingen wird. Und das ist gut so!!! Wir jedenfalls freuen uns auf den nächsten Besuch in Südafrika.

Gudrun und Wolfgang