Xantener Seen

Tauchbericht von André Nowakewitz von einem Tauchgang im Xantener Nord- und Südsee und Wisseler See Kalkar

Am 20.6. haben Andreas und ich einen Trip zu den beiden obigen Seen unternommen - als Ersatz für unsere leider ausgefallene Hollandfahrt. Am Nibelungebad am Südsee oder im Vynerner Hafen kann man für 5,- EUR eine Tageskarte erwerben (Tauchpass bereithalten!), die das Tauchen im Nord- und Südsee ermöglicht. Wir haben uns auf Anregung des Tauchcenters am Ring in Wesel, wo man im Bedarfsfalle dann auch seine Flaschen füllen muss (die Füllstation am See existiert nicht mehr), für die Südsee entschieden. Einer der Einstiege dort: Die Klappbrücke. Diese Klappbrücke ist tatsächlich in Funktion. Während der Sommerperiode fährt dort ein kleiner Ausflugsdampfer in Richtung Südsee. Die Fahrrinne zum See hin ist durch Schwimmkörper abgetrennt. Das Tauchen selber findet, leider, z. T. in der Fahrrinne statt, denn der Einstieg befindet sich regulär direkt an der Klappbrücke. Allerdings fährt der Dampfer nur wenige Male am Tag. Wir hatten jedoch das Vergnügen, dass er über uns hinweg fuhr. Der freundliche Brückenwart versucht allerdings laut eigener Aussage, den Kapitän stets auf vorhandene Taucher hinzuweisen, geflaggt ist dort jedoch nicht. Der Einstieg führt durch ein, i. d. R. verschlossenes Tor ein paar Stufen hinab. Das Ufer fällt nicht sofort steil ab, sodass man die Flossen bequem anziehen kann. Das Tauchen selber ist nicht überwältigend. Bei einer maximalen Tiefe von ca. 10 m schwimmt man über Flächen die aussehen wie Fußballplätze, je nachdem vor oder nach dem Spiel. Am ehesten herrscht hier Pflanzenwuchs vor, die Tierwelt ist, hauptsächlich in Form von Kleinstfischen, vertreten. Die Sicht war mittelprächtig, aber besser, als während so manchen Jahres im Elbsee (ca. 5-6m). Obwohl von oben betrachtet in der Fahrrinne eine leichte Strömung herrschte, hat man davon unter Wasser nichts bemerkt. Zu erwähnen wäre noch: Im Freibadteil, jenseits der Fahrrinnenabsperrung liegt ein versenktes Boot, das wir jedoch nicht betaucht haben. Noch ein Wort zu den Parkmöglichkeiten: Da das Areal an Wochenenden intensiv genutzt wird gibt es mehrere große Parkflächen, eine davon direkt bei der Klappbrücke. Man kann kurzzeitig zum Entladen der Ausrüstung sogar unmittelbar neben das Brückenwärtehaus auf die Wiese fahren, muss anschließend aber woanders parken. Im Brückenwärterhaus befinden sich ein kleiner Kiosk und Toiletten. Weiter ging es dann nach Kalkar, vorbei am 'Kernwasserwunderland' im ehemaligen 'Schnellen Brüter', zum Freizeitpark Wisseler See. Dieses Gelände ist ein Campingplatz mit Natursee-Freibad. Für 2,50 EUR kann man auf das Freibadgelände, muss sich aber dann beim Schwimmmeister anmelden. Der weist einen Parkplatz zu, da das Bade- gelände normalerweise nicht so ohne weiteres befahrbar ist. Tauchen kann man dann in einem Teilstück des Sees, der auch von (Segel)booten befahren wird. Deshalb muss eine Boje mitgeführt werden. Hier ist nicht die bekannte rote 'Wurst' gemeint, sondern eine solche mit internationaler Taucherflagge. Während unseres Tauchganges fand keine Bootsverkehr statt. Auch ein gerade anwesender ortsansässiger Tauchverein benötigte erst einmal eine Verschnaufpause, sodass wir den See praktisch für uns hatten. Der Einstieg ist völlig problemlos. Bis auf einen jungen Hecht allerdings haben wir fast nur Grün gesehen, teilweise auch in schmierig-schleimiger Form, was uns zu baldiger Umkehr veranlasste. Wir sind allerdings auch nur im ufernahen Bereich geblieben, da laut Auskunft der oben erwähnten Taucher der See ab einer bestimmten Entfernung vom Ufer steil abfällt und schnell stockdunkel wird. Vielleicht aber konnten wir in einem neugierigen Jungen, der uns beim Umkleiden mit Fragen rund um das Tauchen löcherte, ja das Tauchen ein wenig schmackhaft machen. Dass er später auch mal tauchen wolle, hat er uns jedenfalls vesichert. ;-)